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»Etwas für die Stadt erreichen«
Engelbert Heck wird 75: SPD-Fraktionsvorsitzender, Ex-Handball-Funktionär, Rektor i. R.

Belastbarer Multifunktionär, einflussreicher Kommunalpolitiker. Ein Mann, der »nicht weiß, wie er das geschafft hat« wird heute 75: Engelbert Heck. Der Name des Offenburgers steht für drei Karrieren: vom Lehrer zum Rektor, vom Handballspieler zum Organisator des Olympia-Turniers 1972, vom Stadtrat zum SPD-Fraktionsvorsitzenden im Offenburger Gemeinderat.
autor: wolfgang kollmer

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11.11.2003 - Offenburg. Kaum Platz genommen, drückt er dem OT-Redakteur zwei Blatt Papier in die Hand: »Damit Sie nicht so viel mitschreiben müssen!« Engbeschrieben steht da, was den öffentlichen Menschen Engelbert Heck ausgemacht hat, noch immer ausmacht 55 Stationen in 55 erwachsenen Jahren, die meisten davon wichtige und gewichtige Ehrenämter.

Mein Gott, wie hat er das gemacht? »Ich weiß es auch nicht«, gesteht er heute rückblickend. Seine Frau Elisabeth sitzt neben ihm auf dem Sofa im Aenne-Burda-Stift, wohin sie vor zwei Jahren aus der Oststadt gezogen sind. Seit 52 Jahren sind die beiden Offenburger verheiratet, haben zwei Kinder großgezogen, aber zu Hause war der Papa und Ehemann »über viele Jahre nur an Weihnachten«.

Selbstverständlich

Am Donnerstagabend im Nachtzug nach Dortmund zu einer Tagung der Technischen Kommission des Deutschen Handball-Bundes. Im Schlafwagen hat sich Heck, er war von 1978 bis 1982 Vorsitzender dieses Gremiums, auf die Sitzung vorbereitet. Am Sonntagabend zurück, wieder im Zug vorbeitet, diesmal den Unterricht in der Zell-Weierbacher Schule, wo er 21 Jahre lang Rektor war. In der Mittagspause am Montag dann Vorbereitung der abendlichen Gemeinderatssitzung. So sahen die Wochenende des öffentlichen Engelbert Heck aus. Und wochentags war`s nicht anders: die Schule, der Handball, die Partei, die Fraktion, die Stadt.

Wie er so da sitzt, da eine Anekdote ins Geflecht der Jahreszahlen einwebt, dort ein Geschichtchen aus dem politischen Offenburg zum Besten gibt, gewinnt man den Eindruck, der Mann - und das ohne sichtbaren Anflug von Eitelkeit - ist davon überzeugt, dass er gar nicht anders leben konnte. Alles klingt unaufgeregt selbstverständlich


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Seine 41 Jahre als Lehrer (»streng, aber gerecht«) beispielsweise. Nach »Grimmels«, »Lehrerabitur« und Pädagogischer Akademie in Lörrach unterrichtete er in Nußbach, Waltersweier, Bottenau und Schutterwald. 1970 dann die Ernennung zum Rektor der Grund- und Hauptschule Zell-Weierbach, die er bis zu seiner Pensionierung 1991 leitete.

Ganz selbstverständlich klingt auch sein Engagement im Handball, genährt aus einer »großen Begeisterung für den Sport«: Begonnen hat er als Jugendhandballer bei der RTSG Jahn, dem heutigen ESV Offenburg, ein Jahr vor dem Einzug als Luftwaffenhelfer. 1956 wechselte Heck auf die Trainerbank, zuerst beim TuS Schutterwald, dann beim ESV Offenburg, mit dem er einen Durchmarsch von der Bezirksklasse bis zur Süddeutschen Oberliga hinlegte. Zur selben Zeit beginnt er als Rechtswart des Handballbezirks Offenburg seine Funktionärs-Karriere, die kometenhaft nach oben führte.

Seine große Aufgabe

Als Spielwart des Südbadischen, später des Süddeutschen Handballverbandes, als Mitbegründer und -organisator der illustren internationalen Handball-Neujahrsturniere in Offenburg holte er sich das Rüstzeug für jene Aufgabe, die ihm auch heute noch Schauder über den Rücken jagt, wenn er begeistert davon erzählt: die Organisation des Olympischen Handballturniers 1972 in München. Neun Monate war Engelbert Heck von seinem Lehrerdienst freigestellt, saß in München, hatte 160 Helfer samt Dienstauto und -hubschrauber unter sich, traf die Großen des Welt-Handballs. Noch heute telefoniert Heck regelmäßig mit der russischen Trainerlegende Anatoli Jewtuschenko und anderen Ball-Größen. »Wir sind Freunde.«

»Wie Schachspielen«

Freunde - die hat er auch in der Politik gefunden. Parteifreunde. Heck - der Name ist untrennbar mit der »roten Phase« im Offenburger Rathaus verbunden. 1971 erstmals für die SPD im Gemeinderat, wurde er 1975, wenige Monate vor der Wahl Martin Grübers (SPD) zum Oberbürgermeister, Fraktionsvorsitzender. »Das war eine schwierige Situation damals«, erinnert er sich. Die CDU sei mit 33 Sitzen eine »gewaltige Macht« gewesen, aber nach Grübers Wahl »ohne Kopf«. »Wie Schachspielen« sei diese Zeit gewesen, erzählt Heck. Nur durch gute Argumentation und öffentlichen Druck habe seine kleine Fraktion (1975 noch elf Sitze, 1979 dann 20) bestehen können.

Heck - »einen inneren Zirkel von OB und Fraktionsspitze hat es nie gegeben« - gilt als Macher mit straffer Führung, wenngleich »es bei mir nie einen Fraktionszwang gegeben hat«. Und relativiert im selben Atemzug: »Doch, einmal, beim Thema Ausbau der Grabenallee.« Heck gilt eher als Pragmatiker, denn Programmatiker. Bundespolitik sei zwar wichtig, seine Arbeit aber habe dem Kommunalen gegolten. »Etwas für die Stadt erreichen«, das sei das Wichtigste. Und: Trennen zwischen Sache und Person, »damit man auch nachher zusammen noch ein Bier trinken kann«.

Ob er dieses Kollegen-Bierchen - »die bitterbösen Zeiten im Gremium sind Vergangenheit« - auch nach der nächsten Kommunalwahl im Juni 2004 genießen will, lässt er offen: »Alles hat seine Zeit.«

Und heute ist erst mal die Zeit des Feierns: mit seiner Familie samt fünf Enkeln, der Partei, den Stadtoberen, vielen Freunden und Bekannten.

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