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Rockig und energiegeladen
»I Em Music!« – Schlossplatzfest in Emmendingen: Amy Macdonald bezauberte die Zuhörer

Am Freitagabend von »a-ha« eröffnet, setzt das Open Air auf dem Schlossplatz in Emmendingen auf klare Kontraste. Der Samstag gehört Jungstar Amy Macdonald, am Sonntag zollt »I Em Music!« dann dem Partysound der 1970er-Jahre Tribut.
autor: jürgen haberer

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© Jürgen Haberer

Amy Macdonald überrollt das Publikum mit seinem Charme.


27.07.2010 - Emmendingen. Als Amy Macdonald im August 1987 das Licht der Welt erblickte, werkelte das norwegische Trio »a-ha« gerade an seinem dritten Studioalbum »Stay On These Roads«; in den Charts waren sie mit »Manhattan Skyline« und »The Living Daylights« präsent Smokie, Sweet und das Electric Light Orchestra, die Headliner des dritten Festivaltages in Emmendingen, hatten zu dem Zeitpunkt ihre Glanzzeiten längst hinter sich.
Die junge Frau aus Schottland agiert heute trotzdem ganz selbstverständlich auf Augenhöhe, lockt als Star des zweiten Festivaltages rund 3700 Zuhörer auf den Schlossplatz. Gut zwei Jahre nach ihrem Debüt mit dem Album »This Is The Life« überrollt sie das Publikum mit dem Charme eines unbekümmert agierenden Jungstars, dessen Unruhe fast ein bisschen an die junge Alanis Morissette erinnert.
Ähnlich wie die deutsche Nachwuchshoffnung Lena zieht sie ihr Ding durch und hebt sich doch bereits ab von der noch einmal um einige Jahre jüngeren Gewinnerin des »Eurovision Song Contest«. Amy Macdonald präsentiert in Emmendingen ihr zweites, im März erschienenes Album »A Curious Thing«. Ihr Auftritt wirkt rockig und energiegeladen.
Sie weiß eine Band in ihrem Rücken, die den Songs den nötigen Druck verleiht. Wie bei allen Shows startet sie mit »An Ordinary Life«, »Poison Prince« und »Love Love« durch. Ihre Stimme wird getragen von dem typisch schottischen Timbre eines beherzt nach vorne marschierenden Vokalisten, der Melodie und Rhythmus zusammenführt.
Erst nach und nach wird deutlich, das Amy Macdonald noch in der Anfangsphase ihrer Karriere steckt, dass Anspruch und Wirklichkeit einander nicht immer entsprechen

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Die Diskrepanz wird deutlich in der jugendlichen Naivität, in den fast verlegen wirkenden Gesten, die in ihren Ansagen mitschwingen, aber auch in ihrer Vokalarbeit, die immer wieder die Grenzen ihrer Möglichkeiten aufzeigt.
Ehrliche Authentizität
Das beseelte Herz will manchmal mehr, als die Stimmbänder, die längst noch nicht ausgereifte Atemtechnik hergeben. Mit knapp 23 Jahren bleibt noch Zeit, an der Technik zu arbeiten; was zählt, ist das Engagement, die ehrliche Authentizität und das Feuer, das unüberhörbar in ihren Songs lodert. Hier liegt die Stärke der jungen Frau aus dem schottischen Bishopbriggs, die Pete Doherty zumindest in musikalischer Hinsicht als eines ihrer Vorbilder nennt. Ein zweites, auf lange Sicht vielleicht sehr viel wichtigeres, kommt mit der Zugabe zum Vorschein. Nur mit ihrer Stimme und der akustischen Gitarre bewaffnet, betritt sie die große Bühne und stimmt Bruce Spring-
steens Klassiker »Born To Run« an.
Es ist ein fragiler Moment, der spürbar Gänsehaut erzeugt, bevor Amy Macdonald noch einmal ihre Band auf die Bühne holt.

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