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© Silke Keil
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Selbst mit bloßem Auge ist der Sendemast auf dem Überskopf nur schwer zu erkennen. An seiner Stelle soll nun ein größerer Mast mit der BOS-Anlage errichtet werden.
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25.11.2009 - Bad Peterstal-Griesbach. Viele Zahlen und Fakten brachten die beiden BOS-Experten, Kriminalhauptkommissar Thomas Vieser vom Regierungspräsidium Freiburg und Hubert Vogt von der Polizeidirektion Offenburg, am Montag bei der Gemeinderatssitzung in Bad Peterstal-Griesbach vor Nicht nur den Gemeinderat und die Bürger mussten sie davon überzeugen, dass die geplante BOS-Anlage auf dem Überskopf keine Gefahr für die Gesundheit der Bevölkerung darstellt. Es galt, allgemeine Ängste vor der Strahlenbelastung aus der Welt zu schaffen. Denn in Kürze soll das ganze Renchtal ins flächendeckende BOS-Netz (siehe Kasten) aufgenommen werden. Weitere Anlagen wünscht sich die Polizei oberhalb der Allerheiligen-Wasserfälle in Lierbach, bei Oppenau-Ibach sowie auf der Ringelbacher Höhe bei Oberkirch.
Wo immer möglich, setzt die Polizei ihre Anlage auf einen vorhandenen Mast auf. In der Kurgemeinde sei das nicht möglich gewesen, so Vogt, da der vorhandene Mast des SWR, auf dem derzeit ein D1-Handyfunk aktiv ist, den statischen Voraussetzungen nicht entspräche. Die Polizei wird daher in unmittelbarer Nähe einen eigenen, 60 Meter hohen Mast errichten und dem SWR die Möglichkeit einräumen, ihn mitzunutzen. Derzeit laufen Verhandlungsgespräche. Gleichzeitig soll die »Telefonica« O2 Mitnutzer sein. Sie hatte vor einem Jahr einen unabhängigen Antrag gestellt. Der neue Mast soll so stark sein, dass ein, zwei weitere Anbieter mit aufgenommen werden können. Zur BOS-Anlage gehören neben dem Sendemast auch ein Container mit der Technik. Er ist 2,30 auf 2,60 Meter breit und 2,60 Meter hoch. Durch ein »Facelifting« könne er der Umgebung angepasst werden, informierte Thomas Vieser
Der Gemeinderat stimmt dem Bauantrag zu. Der Nutzungsvertrag ist noch in Bearbeitung.
STICHWORT
Ausbau des Netzes schrittweise
Baden-Württemberg soll bis Ende 2011 flächendeckend mit BOS-Funk versorgt werden – erst der Bezirk Stuttgart, danach Tübingen und Karlsruhe. Der Regierungsbezirk Freiburg kommt zum Schluss. Da in der Startphase einige Kinderkrankheiten erwartet werden, soll zu Beginn nur der Sprechfunkverkehr aufgebaut werden. In der weiteren Entwicklung folgen Datenübertragungen und Internetanbindung. Die Feuerwehr wird in der Übergangszeit noch mit analogem Funk arbeiten. Störungen könnten sich hier fatal auswirken.
STICHWORT
BOS-Funknetz
Deutschland ist vor Albanien das vorletzte Land Europas, das den digitalen Sprechfunkverkehr für die Behörden für Organisation und Sicherheit (BOS), wie Polizei, Feuerwehr und Rettungsdienste, einrichtet. Es konnte lange Zeit auf einen sehr leistungsstarken analogen Funk bauen. Doch auch er ist nun an seine Grenzen gestoßen. Geräte und Netze sind nicht abhörsicher, daneben sind eine Übertragung von Daten oder ein Zugang zum Internet nicht möglich. Zwei Technologien sind für den BOS-Funkverkehr möglich: Tetrapol und Tetra 25. Deutschland nutzt Tetra 25, das wie der Handyfunk auf GMS-Standard basiert. Ein Tetra 2000 ist laut Polizei nicht auf dem Markt.
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