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"Des isch jo grad wie schaffe!"
Gaukler »Günter aus der Ortenau« jongliert in gelbrotem Kostüm mit Worten und (Gummi-)Hühnern

Wortwitzig bezwingt er die Schwerkraft – mit Bällen, Keulen und allem, was sonst noch keine Wurzeln geschlagen hat. Da fliegen Teppichklopfer, quietschende Gummihühner und gar echte Eier durch die Luft.
autor: oscar sala

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© Oscar Sala

Gegen die Schwerkraft: Wenn Gaukler Günter mit den Hühnern jongliert, scheinen die Gesetze der Schwerkraft nicht zu gelten.


15.08.2008 - Kehl. Die Welt aus den Angeln heben, das ist was »Günter, der Gaukler aus der Ortenau« will. Die Gesetze außer Kraft setzen – das kann mitunter süchtig machen.
Der Jongleur lässt dem Publikum kaum Gelegenheit, seinen Kampf mit der Tücke des Objekts nachzuvollziehen Bälle, Poi und Ringe drehen unvermindert ihre Runden herauf, herab und wieder herauf.
Die Wurzeln dieser Kunstform sind uralt und reichen bis in das Altertum zurück. Als Gaukler, Feuerjongleur, Fadenspieler, Jongleur, Märchenerzähler und Puppenspieler blickt Günter Frei auf eine langjährige Berufserfahrung zurück.
Die Freude an solchen Auftritten entdeckte Frei bereits im Kindesalter, als er mit dem Jonglieren begann: »Ich habe schon früh festgestellt, dass es mir Spaß machte«, erinnert sich der Lehrer für Wirtschaftslehre und Informatik an die zarten Anfänge seiner nebenberuflichen Karriere.
Zufälliger Karrierestart
Seit damals hat sich allerdings viel getan. Als er 1989 eher durch Zufall wieder begann, sich mit Jonglage-Nummern nach und nach in das Gauklergeschäft einzufügen, merkte er für sich selbst sehr schnell, dass das nicht reichte: »Meine Motivation wuchs allmählich über das Auftreten«.
Günter Frei wollte neben den damaligen Auftritten auf Feiern und Festen auch ein eigenes Programm auf die Beine stellen – hierzu ließ er sich neue Nummern einfallen.
Das brachte ihn nach mehreren Zwischenphasen schließlich zum mittelalterlichen Gaukler. Die Figur des »Günter aus der Ortenau« eröffnete ihm neue Möglichkeiten.
Nun konnte Gaukler Günter gezielt neue Programmelemente entwickeln, die das Publikum fesseln sollten – mit Erfolg


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Schnell wurden aus den einzelnen kleinen Auftritten ganze Shows von bis zu einer Stunde Länge. Inzwischen ist der Kehler Eulenspiegel in seinem gelb-roten, mittelalterlich anmutenden Kostüm mehrmals im Monat unterwegs, zuletzt auch bei der großen Jubiläumsfeier in Goldscheuer.
Es sei gar nicht so leicht, das anspruchsvolle Publikum von heute für ein paar Minuten in die Welt der Gaukelei zu entführen, meint Günter, der Gaukler. Doch eine gute Mischung aus Spannung, Humor und Spontaneität komme fast immer gut an.
»Das handgemachte Erlebnis wird von den Leuten sehr geschätzt«, berichtet Frei. Angesichts seiner Handfertigkeit staunen die Zuschauer auf Stadtfesten, Hochzeiten oder Jubiläen nicht schlecht: »Des isch jo grad wie schaffe!«, habe ihm einst einer aus dem Publikum lauthals zugerufen. Doch der Artist alleine weiß genau, wie viel Arbeit und Zeit dahinter steckt und dass er sich dabei unter anderem unheimlich oft bücken muss.
Trainiert wird im heimischen Keller oder im Garten. Hier ist es auch, wo die kleinen Erfolgserlebnisse entstehen, die ihn zum Weitermachen animieren.
Und wenn Gaukler Günter nicht sein Diabolo oder seine bunten Fahnen in die Lüfte schwingt, dann unterhält er die großen und kleinen Zuschauer mit Ritterliedern, Schwänken und Streichen. Zwischendurch sind Schellenlieder zu hören, die das Publikum erraten können. »Berührungsängste gibt es nicht, da kann schon Beethovens Ode an die Freude neben Hänschen klein zu hören sein.«
Herausforderungen
Immer wieder schafft es Günter, der Gaukler aus er Ortenau«, sein Publikum zu fesseln und mit viel Wortwitz herauszufordern, so etwa wenn er die Fadenspielfiguren mit kleinen Erzählungen vorführt.
Die Geschichte ist hier natürlich nicht zu Ende. Im Gegenteil: Sie fängt jetzt erst richtig an. Günter, der Gaukler aus der Ortenau, lebt nämlich nach dem Motto: Träume nicht dein Leben – Lebe deinen Traum. Weitere Infos gibt es unter

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