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Ein Europäer mit lokalem Bezug
Fabien Vesper zieht nach einem Jahr als Vorsitzender des SPD-Ortsverbandes Kehl positive Bilanz
Seit dem 17. Juli 2007 ist Fabien Vesper Vorsitzender des Kehler Ortsvereins der SPD. Im Gespräch mit der Kehler Zeitung erklärt der 28-jährige Jungpolitiker, mit welchen kommunalpolitischen Themen sich die SPD befasst. Dabei legt Vesper großen Wert auf die Meinung der Bürger.
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© Christain Schäfer
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Fabien Vesper (mitte) mit seinen französischen Freunden Baptiste Heintz (links) und Christelle Hamm.
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01.08.2008 - ? Sie sind seit einem Jahr Vorsitzender des Kehler Ortsvereins der SPD. Was hat sich in dieser Zeit im Ortsverein getan?
Fabien Vesper: Wir haben uns den Bürgern zugewandt. Wir wollen auch außerhalb des Wahlkampfs wissen, was die Leute uns zu sagen haben Viel Resonanz gab es zu den öffentlichen Toiletten im Stadtzentrum und zum Erhalt der Hauptschulen. Wir haben viel hinter den Kulissen thematisch gearbeitet.
? Im kommenden Jahr sind Gemeinderatswahlen. Welche kommunalpolitischen Themen sind für den Ortsverein im Wahlkampf besonders wichtig?
Vesper: Wir wollen keine Themen vorgeben. Im Herbst wollen wir mit den Bürgern über ihre Anliegen diskutieren und dann gemeinsam Lösungen finden. Wir haben bereits ein paar neue Ideen, die man in Kehl einbringen könnte.
? Welche Ideen?
Vesper: Zum Beispiel die Frage, wie mit der Zeit der Bürger umgegangen wird. Man ist ja gewohnt, dass man sinnvoll mit den Geldern umgehen soll. Aber man muss auch mit der Zeit der Bürger sinnvoll umgehen, was Öffnungszeiten von Verwaltungseinrichtungen oder Kindergärten anbelangt oder was die Taktung im ÖPNV betrifft. In der Stadt Hanau gibt es zum Beispiel eine Kommunale Zeitpolitik, die sich etwa für familienfreundliche Öffnungszeiten einsetzt.
? Was haben Sie sonst für Themen?
Vesper: Im Bereich der Umweltpolitik wäre eine Solar-Potential-Analyse interessant, um den Bürgern Auskunft geben zu können, ob und wie sehr sich Solarenergie auf ihren Dächern lohnt.
? Wie können sich die Kernstadt-Bürger stärker als bisher am Stadtleben beteiligen?
Vesper: Mit Ortschaftsrat oder Bezirksbeiräten ist es nicht getan
Die Menschen der Kernstadt sind oft im Erwachsenenalter zugezogen oder die Eltern haben keinen starken Bezug zur Region. Ich denke, dass man hier vor allem auf das Vereinsleben setzen sollte. Beispielsweise durch Sportvereine können sich die Bürger am Stadtleben beteiligen. Zur Frage Ortschaftsrat oder Bezirksbeiräte wird die SPD die Bürger selbst befragen.
? Wann wird diese Bürgerbefragung stattfinden?
Vesper: Voraussichtlich Ende August. Wir werden rechtzeitig über die Presse ankündigen, wann wir auf dem Marktplatz die Bürger befragen.
? Werden Sie für den Gemeinderat kandidieren?
Vesper: Man hat mir zwar gesagt, dass ich keine Chance habe, weil ich jung bin und aus der Kernstadt komme. Aber ich will es trotzdem versuchen. Manchmal ärgere ich mich über Dinge und ich will sie dann ändern. Ich sehe gute Ideen, die man umsetzen könnte und das gibt mir dann richtig Lust zu kandidieren.
? Was für Ideen haben Sie konkret?
Vesper: Das Soziale ist ein Thema, das etwas zu kurz kommt. Ich denke, dass Kehl eine Wärmestube braucht. Wir sollten zudem prüfen, ob es sinnvoll wäre, einen Mietspiegel einzuführen.
? Was für Ideen hat der Ortsverein für den Eurodistrikt?
Vesper: Die SPD Kehl hat sich sehr stark in das Wahlprogramm von Roland Ries eingebracht. Wir wollen den Lebensalltag der Menschen im Eurodistrikt vereinfachen und die Jugend einbeziehen.
? Inwiefern?
Vesper: Wir wollen zum einen die Studenten der Fachhochschule in Kehl und der Straßburger Universitäten näher zusammenbringen. Vielleicht besteht der Bedarf für ein gemeinsames Studentenwohnheim. Im Hafenviertel gegenüber von Kehl könnte wieder eine grenzüberschreitende Jugendwerkstatt einrichtet werden.
? Wie viele Mitglieder hat der Kehler Ortsverein der SPD momentan?
Vesper: Wir haben über 120 Mitglieder. Die Zahl ist konstant geblieben. Seit Jahresbeginn hatten wir einen Beitritt und keine Austritte. Wir sind in der Ortenau der Ortsverein mit den meisten jungen Mitgliedern.
? Wo sehen Sie sich in fünf Jahren?
Vesper: Ich werde hier in der Region bleiben. In Kehl und Straßburg habe ich fast mein ganzes Leben verbracht. Nachdem ich mit meinem Studium in Berlin fertig war, bin ich mal über die Mimram-Brücke gegangen, sah die Kehler Kirchtürme und dahinter den Schwarzwald. Da dachte ich: Berlin ist schön, aber hier gehöre ich hin. Ob auf deutscher oder französischer Seite - das ist egal. Ich sehe die Ortenau und Straßburg als einen gemeinsamen Lebensraum.
Zur Person
Fabien Vesper
Geboren am 4. März 1980 in Straßburg als Sohn eines deutschen Vaters und einer französische Mutter. Er ist sowohl im Hochhausviertel Esplanade als auch in Kork aufgewachsen.
Fabien Vesper besuchte die Internationale Schule in Straßburg, machte dort das Abitur.
Von 1998 bis 2003 studierte Vesper an der Universität »Marc Bloch« in Straßburg und an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf neuere und neueste Geschichte, sowie Sprach- und Politikwissenschaften. 2005 erhielt er an der Humboldt Universität Berlin den Master Europäischer Studien.
Seit Oktober 2006 ist der Jungpolitiker wissenschaftlicher Mitarbeiter im Bürgerbüro der Bundestagsabgeordneten Elvira Drobinski-Weiß.
Seit 2001 ist Fabien Vesper Mitglied der SPD und seit 2006 Kreisvorsitzender der Jusos.
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