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| kinzigtal |
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Storchenvater ist nicht amtsmüde
»Heraus, heraus«: Zum 25. Mal war Alois Krafczyk beim Storchentag mit Haslachs Kindern unterwegs
Hunderte von Mädchen und Jungen zogen gestern angeführt von Storchenvater Alois Krafczyk durch Haslachs Straßen und heischten beim traditionsreichen Storchentag nach Gaben. Für Alois Krafczyk war’s das 25. Mal, dass er dieses Ehrenamt ausübte.
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autor: manfred pagel
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© Manfred Pagel
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»Heraus, heraus«: Auch aus dem Rathaus regnete es gestern Orangen, Brezel und Süßigkeiten auf die Storchentagskinder.
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24.02.2010 - Haslach. Einen Tag später als üblich, weil am eigentlichen Storchentag (22 Februar) die Altstadt wegen des Fastenmarkts blockiert war, regnete es gestern Orangen, Brezeln und Süßigkeiten aus den Fenstern, als der vielstimmige Chor der Kinderstimmen angeführt von Storchenvater Alois Krafczyk laut »Heraus, Heraus« rief. Von der Mühlenkapelle aus, wo zum Auftakt des Storchentags alle gemeinsam den »englischen« Gruß beteten. Für Alois Krafczyk war es ein Jubiläumszug, da er zum 25. Mal in schwarzem, mit Storchen gekröntem Zylinder, mit Bambusgerte und obligatorischen zwei Laib Brot auf den Rücken geschnallt, dem Storchentag leitete.
Am Marktplatz überraschte Haslachs Bürgermeister Heinz Winkler den 59-Jährigen und gratulierten zum Jubiläum. Winkler bekräftigte dabei, dass dank Alois Krafczyk neben dem Storchentag auch viele andere Bräuche in Haslach lebendig bleiben. Zuvor gab’s schon beim Gasthaus »Storchen« das obligatorische Viertele für den Storchenvater. Er bekräftigte zudem, dass er noch lange nicht daran denke, sich aufs Altenteil zurückzuziehen. Schließlich waren manche seiner Vorgänger noch hoch mit über 80 Jahren als Storchenvater unterwegs. »Und bis dahin ist es noch lange hin«, gab Krafczyk zu verstehen. Dieses Amt mache immer wieder Spaß, versicherte er.
Hintergrund:
Am 22. Februar, dem kirchlichen Feiertag »Petri Stuhlfeier« ist seit Jahrhunderten in Haslach der »Storchentag«. Als möglicher Ursprung dieses Heischebrauches, der andernorts als »Peterlestag« gefeiert wird, gilt die Erfüllung eines Gelübdes der Haslacher anlässlich einer Ungezieferplage im 17. Jahrhundert
Das christliche Fest hat sich mit einem alten Frühlingsbrauch vermischt, bei dem der Storch als Symbol des wiederkehrenden Frühlings begrüßt wird.
Der Storchentagszug beginnt um 12 Uhr mittags in der Mühlenkapelle, wo zunächst gebetet wird, dann stürmen die Kinder unter dem ständigen Ruf »Heraus, heraus!« Gaben heischend hinter dem Storchenvater her von Haus zu Haus. Erster verbriefter »Storchenvater« ist ein gewisser Hans Jakob Alguin, dem in der ältesten Rechnung der Stadt aus dem Jahr 1643 sechs Kreuzer ausgezahlt werden, weil er »dem Storch geklopfet« habe. In Hansjakobs Erinnerungen »Aus meiner Jugendzeit« ist nachzulesen, dass schon damals der Storchentag das »Hochfest der Haslacher Jugend« gewesen ist. pag
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