17.02.2009 - Hausach (wewu). Keine Frage, wir sind in der fünften Jahreszeit, die Welt ist verkehrt und man glaubt gar nicht, wie viele Narren unterwegs sind oder sich zumindest närrisch aufführen – mit oder ohne Häs.
Müde und recht angeheitert stiegen in Donaueschingen ein halbes Dutzend Narren aus Stetten am Kalten A.. kommend auf ihrer Fahrt ins heimische Hausach in die Schwarzwaldbahn. Wie es sich für rechte Narren gehört, hatten sie keine Fahrkarte gelöst, darauf vertrauend, dass auch das Zugpersonal vom Narrenbazillus infiziert sein müsste.
Alles ging gut, bis der Schaffner – am Zungenschlag deutlich als Nichtbadener zu erkennen – von den drei flickenberockten Herren einen Fahrschein sehen wollte. Sie produzierten ihr Wochenendticket vom Tage vorher, doch das wollte der Schaffner nicht gelten lassen und klärte die Narren darüber auf, dass das Ticket zwar bis um drei Uhr morgens gegolten hätte, dass aber mittlerweile schon die Abenddämmerung hereingebrochen war. Das wiederum verstanden die Narren nicht, denn erstens hieße die Fahrkarte doch Wochenendticket und zweitens sei es immer noch Wochenende, weil Sonntag.
Goldene Brücken
Dem Schaffner aber waren die tieferen Gründe, warum ein Wochenendticket nur einen Tag gültig sein soll verständlicherweise klarer, deshalb insistierte er auf dem errechneten Fahrpreis und baute goldene Brücken, wollte auf je 40 Euro für die Schwarzfahrer verzichten und verlangte lediglich 30,80 Euro pro Person. Das mochten die Narren dennoch nicht einsehen.
Ein in Singen eingestiegenes Paar bot an, die drei auf ihrem Wochenendticket mitfahren zu lassen
Das jedoch wollte der zunehmend närrischer werdende Schaffner nicht gelten lassen, schließlich hatte er das Paar schon kurz nach Singen kontrolliert und die Narren waren närrischerweise erst in Donaueschingen zugestiegen. Der Bahnbedienstete konnte den Narren immer weniger Verständnis entgegenbringen und drohte mit der Polizei.
Doch rechte Narren lassen sich von so einem närrischen Schaffner natürlich nicht von ihrer Narretei abbringen. Schließlich trieb letzterer eine dunkelblau gewandete Polizistin auf, die aber in der Sache nichts bewegen konnte.
Man glaubt es kaum, aber der Schaffner wurde noch närrischer. Auch die drei Närrinnen, die mit ihren Narrenkollegen eingestiegen waren, wunderten sich. Denn sie hatten ein Wochenendticket und hätten zumindest zwei von den Narren mitfahren lassen können. Doch weder Narren noch Närrinnen hatten an diese Möglichkeit gedacht. Der Schaffner telefonierte mit der Polizei. Der Zug hatte mittlerweile Sankt Georgen passiert, fuhr in den Triberger Bahnhof ein und blieb dort stehen. Zwei Polizisten in grün gesellten sich zur närrischen Gemeinschaft. Nach einer Viertelstunde hatten die vier Offiziellen es endlich geschafft, die drei Narren davon zu überzeugen, dass sie ohne 30,80 Euro pro Narr im Zug zu lassen selbigen nicht würden verlassen können.
Nicht zu spaßen
Die Moral von der Geschicht: Mit Bahnbediensteten ist nicht zu spaßen, auch wenn sie sich noch so närrisch gebärden und – den Narren ist der oberste Bahnchef immer Meh Dorn im Auge.
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