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Ein Bösewicht mit Charisma
Fallers-Schauspieler Bernd Lambrecht auf Heimaturlaub
Schauspieler Bernd Lambrecht, seit 2007 in der beliebten SWR-Fernsehserie »Die Fallers« das Ekel Ulrich Zimmermann, genoss gerade wieder eine Woche Heimaturlaub und feierte am Donnerstag im Kreise seiner Familie seinen 44. Geburtstag.
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autor: claudia ramsteiner
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Gerade hat Bernd Lambrecht seinen Heimaturlaub genossen, daheim bei Mutter Renate Geburtstag gefeiert und sich gestern noch auf seinem alten Spielplatz hinter dem Haus am Damm zum Foto gestellt. Hier in Hausach stand der junge Bernd in einer kleinen Diene
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Der Hausacher Schauspieler Bernd Lambrecht spielt bei den »Fallers« den Feuerwehrhauptmann Ulrich Zimmermann – ein richtiger Bösewicht, der der Bürgermeistersfamilie das Leben ordentlich schwer macht.
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23.08.2008 - Hausach. »Sie sind ja richtig nett«, bekommt Bernd Lambrecht während seines Heimaturlaubs im Kinzigtal oft zu hören, und ist ob des staunenden Untertons überhaupt nicht beleidigt. Nicht einmal dann, wenn die Leute mit ihm schimpfen, was er mit der armen Bea Böses anstellt Ganz im Gegenteil, solche Reaktionen zeigen ihm, dass er seine Rolle überzeugend spielt.
Bernd Lambrecht verkörpert nämlich in der Fernsehserie »Die Fallers« das Ekel, wie sie jede Serie braucht. Er ist sozusagen der »JR der Fallers«. Bereits vor 14 Jahren hat der Schauspieler, der seine Karriere auf der Bühne des Robert-Gerwig-Gymnasiums begonnen hatte, beim SWR vorgesprochen für die Rolle des Bernhard Faller. Als ausgebildeter Schauspieler mit Bezug zur Region und zum Dialekt rechnete er sich damals große Chancen aus. Aus denen wurde dann allerdings nichts, weil er bereits einen Zweijahresvertrag mit dem Stadttheater Celle unterschrieben hatte und beides nicht unter einen Hut zu bringen war.
Das »Casting« für seine jetzige Rolle fand quasi auf der Straße statt. Bei einem Besuch der Caracalla-Therme in Baden-Baden hatte er sein neuestes Demo-Band mitgenommen, um sich beim SWR mal wieder als Dialekt-Sprecher in Erinnerung zu bringen. Der Passant, den er nach dem Weg zum Haupteingang fragte, nahm ihn gleich mit und unbefangen erzählte er ihm von seinen Ambitionen, eine Rolle bei den »Fallers« spielen zu wollen.
Erst im Aufzug zog der Passant seine Visitenkarte: »Ich bin der ausführende Produzent und wir werden eine Rolle für Sie finden«, versprach Emmo Lempert und Bernd Lambrecht war so gut wie engagiert. Derzeit laufen gerade die Wiederholungen der Serie, auch dort ist Bernd Lambrecht immer wieder zu sehen
Wenn am 14. September die neue Staffel beginnt, gibt es »richtig spannende Geschichten, bei denen es um Leben und Tod geht«. Mehr über die Inhalte der künftigen Sendungen darf der Schauspieler jedoch nicht verraten.
Was macht nun gerade Spaß daran, einen Bösewicht zu spielen? »An Ulrich Zimmermann gefällt mir, dass er kein holzschnittartiger Bösewicht ist. Er hat den Charme und das Charisma, Leute zu überzeugen. Gerade das macht ihn so gefährlich für die Fallers«, sagt Lambrecht. Natürlich brauche jede Serienfamilie einen »Feind von außen«, der die Harmonie stört und den Familienclan enger zusammenschweißt.
Abgründige Seite
Der Filmemacher Rosa von Praunheim, mit dem der Hausacher Schauspieler jahrelang zusammengearbeitet hat, hat dessen »abgründige Seite« entdeckt. Natürlich gebe es diese Tendenzen in jedem Menschen, es sei aber beileibe nicht so, dass er sich selbst spielt. »Es gibt genügend Menschen in meinem Umfeld mit sehr unfreundlichen Zügen, die muss ich nur nachspielen«, schmunzelt er.
Es bestehe aber für Schauspieler sehr wohl die Gefahr, dass eine Rolle »abfärbt«. Für ihn gebe es eine ganz klare Zäsur: Wenn das Kostüm ausgezogen ist, ist alles andere auch abgestreift, ist er wieder er selbst. Dieses Mal lässt sich die Fallers-Rolle mit seinem Engagement in Dessau vereinbaren, weil er dort am »Vier-Sparten-Theater« nicht so viele Aufführungen hat.
Es verlange aber schon höchste Konzentration, am Abend in Dessau bis 22 Uhr den »Faust« zu spielen und zwölf Stunden später bei den Dreharbeiten in Baden-Baden den Ulrich Zimmermann. Noch schwieriger sei es, wenn er außerhalb der Serie eine Figur mit psychischen Macken oder gar einem Sprachfehler spielt.
Weichgespültes Badisch
Apropos Sprachfehler – das mit dem Dialekt hat sich dann doch ganz anders entwickelt. Seinen Plan, endlich einen authentischen Schwarzwälder Dialekt in die Schwarzwald-Serie zu bringen, scheiterte. (Auch wenn er’s normalerweise nicht spricht: er kann’s!). Hier ist nur eine Art weichgespültes Badisch gefragt. Das »Sch« fürs »st«, einige verschluckte Endungen, und das war’s. Schließlich soll die Serie auch in Hamburg verstanden werden und auch für Jugendliche nicht zu folkloristisch daherkommen. »Pfiffedeckel«, kann man da als Kinzigtäler Dauerfallersgucker nur sagen.
Bernd Lambrecht
. zu Hausach: Ist für mich Heimat und Erholungsort.
... zu Freunden: Meine Freunde sind auf der ganzen Welt verteilt, ich habe ja schon an vielen Häusern gespielt. Ich habe aber auch einige Lebensfreunde hier in Hausach.
... zum RGG: Das Hausacher Gymnasium ist unheimlich wichtig, was die Kulturarbeit angeht. Viele Talente sind hier entdeckt worden, meines auch. Vor allem Peter Lohmann hat eine ganz tolle, unterstützende Arbeit geleistet.
... zur Liebe: Meine Partnerin ist aus Ostdeutschland, wir leben sozusagen die Wiedervereinigung. Sie hat mit der Schauspielerei nichts zu tun, und das ist gut so. Eine langjährige Beziehung mit einer Schauspielerin ging auseinander, weil wir zu oft an verschiedenen Orten waren und diese deshalb nicht genügend pflegen konnten.
... zu Vorbildern: Mein erstes Vorbild war Raimund Harmstorf. Als 15-Jähriger wollte ich selbst Held und Abenteurer sein, und im richtigen Leben war das kaum möglich. Ich habe Harmstorf in Offenburg in Schillers »Räuber« gesehen. Als ich in Dessau selbst den Karl Mohr spielen durfte, war das ein tolles Gefühl. Heute mag ich Schauspieler wie Hardy Krüger, Robert Atzorn, Armin Müller-Stahl. Und menschlich ist mir Jude Law ein Vorbild: ein Hollywoodstar, den ich völlig ohne Starallüren erlebt habe. Diese Natürlichkeit möchte ich mir auch bewahren.
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