25.08.2008 - Hausach (ra). Die Leidenschaft fürs Fliegen wurde Jakob Heindl wohl schon in die Wiege gelegt. Im »Doppeldecker-Drachen« durfte er als Jugendlicher oft bei Papa Klaus Willmann mitfliegen und hat dabei schon viel gelernt Seit eineinhalb Jahren fliegt er selbst und hat nun bei seinem ersten Wettbewerb bereits die Vize-Meisterschaft der deutschen Jugendmeisterschaften im Drachenfliegen geschafft, die vergangene Woche in Kärnten ausgetragen wurden.
Voraussetzung dafür ist der »B-Schein«, für den es bereits etliche Hürden zu nehmen gilt. Zwei Aufgaben gab es bei den deutschen Meisterschaften zu bewältigen, eine Flugstrecke von 49 Kilometer (bei der keiner der Teilnehmer das Ziel erreicht hat) und eine Strecke über 16 Kilometer, bei der Jakob Heindl als Zweiter hinter dem Bayern Matthias Härtel ins Ziel flog.
Von 16 bis 28 Jahren fliegen die Drachenflieger in der Juniorklasse, Jakob Heindl ist einer der Jüngsten. Wie oft er trainiert? »Trainieren?«, strahlt der 18-Jährige, »eigentlich habe ich einfach nur Spaß am Fliegen und starte, so oft ich nur kann. An den Wochenenden oder wenn’s geht noch nach der Arbeit«. Sein neuer Drachen hat 1300 Euro gekostet – es gibt teurere Hobbys. Und auch gefährlichere.
Das besondere am Fliegen ist, dass man jede Entscheidung bis zum Schluss durchziehen muss – aussteigen, wenn’s brenzlig wird, geht nicht, erklärt Vater Klaus Willmann. Das Drachenfliegen sei deshalb eine »Schule für’s Leben«.
Mit dem Chef in der Luft
Jakob Heindl hat gerade seinen Urlaub hinter sich und kann erst heute seinem Lehrmeister von seinem Erfolg berichten
Der angehende Elektroinstallateur teilt die Leidenschaft mit seinem Chef – Fritz Hiller ist Gleitschirmflieger, und ab und an schwingen sich die beiden auch gemeinsam in die Lüfte.
Jakob Heindl ist, wie sein Vater und sein Meister, Mitglied im Drachen- und Gleitschirmfliegerverein Oberes Elztal. Für mehr Hobbys bleibt keine Zeit.
|