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Ziege frisst sich an Brot zu Tode
Gehege am Schutterwälder Baggersee: Was Passanten füttern, bekommt den Tieren nicht

Eine grausige Entdeckung musste Nicole Köhninger am Montagmorgen machen, als sie an den Tiergehegen von Storchenvater Kurt Schley am Schutterwälder Bagersee eintraf: Die Ziege Black Mack lag tot am Boden.
autor: andreas baumann

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© Andreas Baumann

Daniela hat Angst um die Tiere im Gehege: Das Pony Piccolo wäre infolge falschen Fütterns auch schon fast verendet.

18.06.2007 - Schutterwald. Schon die Tage zuvor hatte die Ziege nichts mehr gegessen und in ihrem Gehege vor sich hinvegetiert. Ausgelöst wurde das Leiden wahrscheinlich durch Brot, das Fußgänger immer wieder in die Gehege der Tiere werfen, vermuten die Betreuer Diese Einschätzung teilt auch Tierärztin Christine Probst, die die Ziege behandelte: »Mit großer Wahrscheinlichkeit ist die Ziege an falscher Nahrung verendet. Die Symptome sprechen dafür, und einen Infekt kann man ausschließen.«
Der Magen von Wiederkäuern kann große Mengen an Kohlenhydraten, wie sie in Brot oder auch Äpfeln vorkommen, nicht verarbeiten. Ziegen haben ein sehr kompliziertes Verdauungssystem. Normalerweise ernähren sie sich von Rohfasern und bekommen dazu eine spezielle Futtermischung, die auf ihre Bedürfnisse abgestimmt ist. Durch die zusätzlichen Kohlenhydrate wird die empfindliche Pansenflora zerstört und die Tiere bekommen Stoffwechsel-Probleme.
Ein Zuviel schadet
Auch das Pony Piccolo von Nicole Köhninger wäre vor kurzem beinahe an den Folgen von Überfütterung verendet. »Die Leute meinen es ja nur gut, aber für die Tiere ist das zuviel. Wir versorgen unsere Tiere ausreichend. Alles, was darüber hinausgeht, ist für sie schädlich und kann tödlich enden.«
Wer den Tieren etwas Gutes tun will, kann seine Brotreste oder Äpfel gerne bei den Betreuern der Tiere abgeben. Sie werden dann in angemessenen und ungefährlichen Mengen verfüttert. Doch wahrscheinlich wollen viele Passanten halt doch die Tiere lieber selbst füttern. Denn trotz vieler Schilder mit dem Hinweis »Bitte nicht füttern« können die Betreuer fast täglich Fußgänger beobachten, die den Tieren etwas zustecken

Wenn die Helfer des Tiergeheges ihnen dann erklären, wie problematisch das ist, erweisen sich viele als unbelehrbar und glauben, dass so eine Kleinigkeit nicht schaden kann. »Doch diese Kleinigkeiten summieren sich mit der Zeit zu gefährlichen Mengen«, betont Nicole Köhninger.
Den Betreuern bleibt nur, an die Vernunft der Besucher zu appellieren. Denn es kann nicht ständig jemand bei den Gehegen sein und auf die Tiere aufpassen. Außer den übrigen drei Ziegen sind noch ein Schaf sowie mehrere Hasen und Hängebauchschweine dort anzutreffen. Zusätzlich sind mehrere Pferde in den Stallungen, mit deren Hilfe der Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeut Kurt Schley spezielle Reittherapien für Kinder und Jugendliche anbietet.
Appell an die Vernunft
Wenn alles nicht hilft, müssten die in geschlossenen Ställen untergebracht werden. Aber das wollen die Verantwortlichen des Tiergeheges natürlich möglichst vermeiden. Denn eigentlich sind die Besucher gern gesehene Gäste, betont Köhninger. »Lediglich das unkontrollierte Füttern muss im Interesse der Tiere aufhören.«

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