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Keine Chance für Borkenkäfer
Befall in den Ortenauer Wäldern gering / Feucht-warmes Klima bekam den Schädling nicht

Konsequentes Schädlings-Monitoring in den Forstbezirken, aber auch für den Borkenkäfer ungünstige Witterungsbedingungen sorgten in diesem Jahr dafür, dass sich der gefräßige »Holzdieb« rar machte.
autor: taras maygutiak

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© Matthias Hiekel

So sieht ein Stück Fichtenholz aus, das der "Buchdrucker" - so heißt der Borkenkäfer auch - befallen hat.


10.10.2009 - ich über den Sommer wenig, gedeihen normalerweise die Borkenkäfer gut. Die Bäume haben dann weniger Saft beziehungsweise Harz als natürliche Abwehr gegen die Käfer, die die Rinden anbohren und ihre Eier ablegen
In diesem Jahr sei die Niederschlagsmenge im Regierungsbezirk Freiburg zwar »deutlich unter dem langjährigen Mittel«, schreibt das Regierungspräsidium in einer Pressemitteilung, aber die intensiven und regelmäßig wiederkehrenden Gewitter über einen längeren Zeitraum im Sommer sowie die feucht-warmen Witterungsverhältnisse hätten einen guten Teil des Borkenkäfernachwuchses verpilzt.
Es sind jedoch nicht nur die Witterungsverhältnisse, weshalb sich die ungeliebten Schädlinge – in der Region sind es zumeist Käfer der Art »Buchdrucker« – so rar machen. Mit aufgestellten Lockstofffallen wird ein Monitoring gemacht, verrät der Leiter des Forstbezirks Offenburg, Joachim Hass. »Anhand der Fangzahlen können wir sehen, wie stark der Käferflug sein wird«, sagt er.
Periodische Kontrollen
Außerdem kennen die Revierleiter die neuralgischen Punkte – also die Plätze, wo erfahrungsgemäß die Borkenkäfer am häufigsten vorkommen. »Dort wird periodisch kontrolliert«, beschreibt Hass, wie er und seine Leute im Forstbezirk vorgehen.
»Von der Käferholzmenge her gesehen war’s dieses Jahr gering«, bestätigt Hass für den Bereich Offenburg den Trend, der auch in den anderen Bereichen des Regierungsbezirks gilt. Im Forstbezirk Offenburg ist das Borkenkäfervorkommen vielleicht noch geringer, schätzt Hass: »Wir haben den Schwerpunkt beim Laubholz und ganz wenig Fichtenbestände.« Die Fichten bevorzugt der Käfer nämlich besonders



Wenn befallenes Holz entdeckt wird, kommt es vor allem aufs zügige Handeln an, meint der Forstbezirksleiter: Das Holz möglichst früh einzuschlagen sei dann angesagt. Meistens stamme das Holz aus Sturmschäden und sei wegen vorangegangener Hitze- und Trockenperioden befallen. »Mischwälder sind da übrigens stabiler«, erläutert Hass.
Im Forstbereich Wolfach habe man mehr Tannen- und Fichtenholz, erklärt Hass’ Wolfacher Kollege, Forstbezirksleiter Ernst Künzel. Aber auch im Forstbezirk Wolfach sieht’s dieses Jahr gut aus: »Im gesamten Bereich, von Biberach bis Hornberg, gibt es dieses Jahr nur einen ganz geringen Käferbefall«, vermeldet er den Positiv-Trend auch für die nadelholzlastigen Gefilde. Nur 0,7 Prozent des Einschlags sei betroffen, meint Künzel: »Es gab in früheren Jahren schon Zeiten, da lagen wir bei 20 Prozent Befall.« Höheren Käferbefall gab’s etwa 2000 und 2001 nach dem Sturm »Lothar«, 2004 nach dem extrem heißen Sommer des vorhergehenden Jahres »und noch einmal 2007.

STICHWORT
Käferholz
Fällt weniger »Käferholz an, sparen Förster Geld durch weniger Fäll- und Aufarbeiten der meist einzeln verteilten »Käferbäume«. Zudem wird der Holzmarkt nicht mit zusätzlichen Holzmengen belastet, was den Holzpreisen aus Sicht der Waldbesitzer guttut, zumal diese im vergangenen Jahr mit stark gefallenen Preisen zu kämpfen hatten.

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