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»Besser, breiter, schneller«
Die A5 nördlich Offenburgs wird auf sechs Fahrspuren ausgebaut: Jetzt fiel der offizielle Startschuss
Der private Investor für den Ausbau der A 5 zwischen Offenburg und Baden-Baden hat gestern offiziell den Betrieb auf der Konzessionsstrecke übernommen. Die Firma Via Solutions Südwest ist nun auch für Instandhaltung und Streckendienste zuständig.
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© Ulrich Marx
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Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser: dichter Verkehr an der Kontrollbrücke kurz vor der Raststätte Bühl. Hier wird die Einhaltung der Mautpflicht überprüft.
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05.05.2009 - Offenburg. Da stehen sie nun, vier honorige Herren in der Fahrzeughalle, und strahlen um die Wette. Rechts die Regierungspräsidenten aus Freiburg und Karlsruhe, Julian Würtenberger und Rudolf Kühner, links die Repräsentanten des Baukonsortiums, Antoine Bresolin und Arnaud Judet »Ich versuche jetzt mal, das Tuch abzuziehen«, spricht Würtenberger. Und siehe da: Die Franzosen und die Deutschen haben eingerahmt ein nachgemachtes Straßenschild. Das Verkehrszeichen 275 der Straßenverkehrsordnung kennzeichnet normalerweise mit weißer Schrift auf blauem Hintergrund die Mindestgeschwindigkeit. Hier heißt es: »30 Jahre – A-Modell BAB A5«. Es ist das Präsent Würtenbergers an die Franzosen, das gestern übergeben wird.
Nichts Öffentliches geschieht in Deutschland, ohne dass es amtlich vorgestellt oder eingeweiht wird. So ist das auch, wenn eine Autobahn ausgebaut werden soll. Gegen 10 Uhr fällt in der Autobahnmeisterei Offenburg der offizielle Startschuss für den Privatinvestor Via Solution Südwest. Das Konsortium aus dem Pariser Konzern Vinci (50 Prozent), der Wiener Firma Strabag (12,5) und dem kanadisch-französischen Finanzinvestor Meridiam Infrastructure (37,5) wurde von der Bundesregierung beauftragt, die 41,5 Kilometer der A 5 zwischen Baden-Baden und Offenburg auf sechs Fahrspuren auszubauen. Das soll bis 2015 passieren.
Winter- und Notdienste
Ferner ist Via Solutions für die nächsten 30 Jahre für Betrieb und Erhalt der 60-Kilometer-Strecke zwischen Malsch (Landkreis Rastatt) und Offenburg zuständig. Dazu zählen auch der Winter- und Reinigungsdienst sowie die Notdienste. Im Gegenzug gibt’s 30 Jahre lang die Einnahmen aus der Lkw-Maut, die auf diesem Abschnitt anfallen
Das ist das sogenannte A-Modell – der Staat zieht sich zurück, Private übernehmen Kosten, Einahmen und die Verantwortung.
Lauter Artigkeiten werden schließlich ausgetauscht. Rudolf Kühner lässt das fünfjährige Vergabeverfahren für »die Lebensader der Regierungsbezirke Freiburg und Karlsruhe« Revue passieren, Julian Würtenberger prägt den Slogan »Besser, breiter, schnelller« für die sechsspurige A 5. Antoine Bresolin, Aufsichtsratschef von Via Solution Südwest, spricht – auf deutsch, aber mit charmantestem französischem Akzent – von der »großen Ehre für uns«, sich um die A 5 kümmern zu können. Dann gibt’s Lachsschnittchen und Wein.
Die privat-öffentliche Partnerschaft beim Autobahnbetrieb führt indes auch zu einer Umstrukturierung des Offenburger Autobahnmeisterei. Offenburg wird nach Angaben Würtenbergers »deutlich verkleinert« und zur Außenstelle der Autobahnmeisterei Freiburg degradiert. Die Personalreduzierung solle ohne Kündigungen ablaufen. Gleichzeitig hat Via Solutions Südwest 15 Leute neu eingestellt.
Der neue A-5-Betreiber hat seinen Betriebssitz derzeit an der ehemaligen Autobahnmeisterei Baden-Baden, sucht aber einen neuen Standort. Auch wann und wo mit dem sechsspurigen Ausbau begonnen wird, steht nicht fest. Man erarbeite zurzeit die Pläne, hieß es.
Wie viel Maut in 30 Jahren?
Der A-5-Ausbau nördlich Offenburgs kostet nach offiziellen Angaben rund 265 Millionen Euro; die Gesamtinvestitionen in 30 Jahren betragen inklusive Unterhalt 600 Millionen Euro. Wir haben mal nachgerechnet, wie hoch die Mauteinnahmen bis 2039 sein können: Würden nur bis zu dreiachsige Lkw der niedrigsten Schadstoffklasse (1,41 Cent pro Kilometer, 17 000 Laster am Tag, 300 Werktage pro Jahr) die gesamte Strecke befahren, so beliefen sich die Einnahmen in 30 Jahren auf knapp 1,3 Milliarden Euro. Die Rechnung berücksichtigt weder Zinsen noch Maut-Steigerungen.
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