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Straßburg als Truppenstandort?
Einheit der Bundeswehr soll in Frankreich stationiert werden / Deutsche Regierung bevorzugt Elsassr

Erstmals in der Nachkriegsgeschichte soll eine Einheit der deutschen Bundeswehr in Ostfrankreich stationiert werden. Straßburg hat nach französischen Medienberichten eine gute Chance, Truppenstandort zu werden.

autor: reinhard reck

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22.01.2009 - Straßburg. Seit 1993 ist Straßburg Sitz des Hauptquartiers des Eurokorps. Nun könnte die Elsass-Hauptstadt auch Standort der ersten Bundeswehr-Einheit in Frankreich seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs werden, wie die dort erscheinende Zeitung »Dernières Nouvelles d’Alsace« meldete Sicher ist jedenfalls, dass ein rund 500 Mitglieder zählender Truppenverband der Bundesrepublik im Elsass oder in Lothringen stationiert werden soll, wie ein Sprecher des Bundesverteidigungsministeriums der Mittelbadischen Presse bestätigte. Die Entscheidung soll spätestens beim Anfang April in Straßburg und Baden-Baden stattfindenden Nato-Gipfel getroffen werden, hieß es.
Brigade retten
Hintergrund dieses ungewöhnlichen Manövers sind die Bemühungen der deutschen und der französischen Regierung, die 1989 gegründete deutsche deutsch-französische Brigade zu retten – trotz der Bestrebungen Frankreichs zur Verkleinerung seiner Armee. Derzeit sind die rund 5400 Soldaten der Brigade in Müllheim, Donaueschingen und Immendingen stationiert, wobei es zusätzlich noch kleinere Außenstellen gibt. Den Standort Immendingen werden die Franzosen aller Voraussicht nach aufgeben. Gleichwohl sind sich der französische Staatspräsident Nicolas Sarkozy und Bundeskanzlerin Angela Merkel einig, die deutsch-französische Brigade zu erhalten, wobei Sarkozy bereits im vergangenen November einer Teilverlagerung auf französisches Gebiet zugestimmt hatte.
Über den möglichen Standort wollte der Sprecher des Verteidigungsministeriums noch keine Angaben machen

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Er ließ aber durchblicken, dass man auf deutscher Seite eine Stationierung im Elsass bevorzugen würde, während sich Frankreich – zumindest im vergangenen Jahr – eher für die lothringischen Städte Metz und Bitche stark gemacht habe. Nach Angaben der »Dernières Nouvelles d’Alsace« dürfte jedoch Jean-Marie Bockel, Staatssekretär im Pariser Verteidigungsministerium und gleichzeitig Oberbürgermeister von Mulhouse, bei seinen Berliner Gesprächen in diesen Tagen Straßburg ins Gespräch bringen – zumal es im Elsass offenbar kaum Alternativen gibt.
Die Stadt Colmar, die von manchen Medien genannt wurde, dürfte nicht genug Platz für eine Truppe dieser Größenordnung bieten. Bliebe noch der Flughafen Meyenheim bei Guebwiller im südlichen Elsass, den die französische Luftwaffe 2010 freimacht. Diesen Standort hält Staatssekretär Bockel jedoch für nicht geeignet.


5400 Soldaten
Die 5400 Soldaten zählende deutsch-französische Brigade wurde 1989 gegründet und untersteht jetzt dem Eurokorps. Die Soldaten beider Länder bereits mehrfach auf dem Balkan und auch in Afghanistan im Einsatz. Der frühere französische Präsident François Mitterand und der damalige Bundeskanzler Helmut Kohl sahen die Brigade als Keimzelle einer europäischen Verteidigungseinheit.

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