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24.07.2008 - Wer sich unrealistischen Hoffnungen und Wunschträumen hingibt, baut Luftschlösser. Der Begriff »Luftschloss« in der Bedeutung »Phantasiegebilde« ist seit Mitte des 17. Jahrhunderts bezeugt Die dahinter steckende Vorstellung findet sich aber schon beim Kirchenvater Augustinus, der in »Sermones« schreibt: »Subtracto fundamento in aere aedificare« (in die Luft bauen, nachdem das Fundament entzogen ist). »Schloss« bezeichnete früher nicht den glanzvollen Herrensitz, sondern eine feste Burg. Ein »Luftschloss« war demnach eine Festung auf unsicherem Grund. Volkstümlich weiterentwickelt ist die Redensart in der Operette »Frau Luna« von Paul Lincke: »Schlösser, die im Monde liegen« heißt dort ein Couplet.

Lutz Röhrich / Lexikon der sprichwörtlichen Redensarten, Herder-Verlag,
Freiburg (ISBN-Nr. 3-451-05400-0). Wenn auch Sie einer Redensart auf den Grund gehen möchten, wenden Sie sich unter π 0781/504-1251 oder per
E-Mail an ortenau@reiff.de an die Mittelbadische Presse.

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