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Für fast alles gibt es Fördermittel
Telefonaktion und Chat der Mittelbadischen Presse zur Altbausanierung stießen auf große Resonanz
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autor: sigrid hafner und christina fischer
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© Christoph Breithaupt
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Ihr Rat war mehr als gefragt (von links): Energieberater Werner Bostelmann, Rolf Sternke von der KfW-Förderbank und Ferdinand Krien von der Ortenauer Energieagentur.
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26.01.2008 - Ein Thema, bei dem viel Beratungsbedarf besteht«, waren sich die Gebäudeenergie-Berater Werner Bostelmann und Ferdinand Krien von der Ortenauer Energieagentur sowie Rolf Sternke von der KfW-Förderbank nach der Telefonaktion der Mittelbadischen presse mit anschließenden Internet-Chat am Donnerstag einig Es ging um Altbausanierung, den Energieausweis und Fördermittel. Hier die wichtigsten Fragen und Antworten:
? Unser Haus ist Baujahr 1968. Jetzt müssen die Fenster ausgetauscht werden. Was raten Sie mir?
Werner Bostelmann: Empfehlenswert sind Fenster mit Wärmeschutzverglasung. Wichtig: Energielecks bei alten Fenstern sind die Rollladenkästen. Sollten Sie also die Fenster tauschen, so lassen Sie die Kästen außen aufsetzen. Dadurch können Sie auch die Fensterflächen vergrößern.
? Bis zu welcher Höhe wird eine Photovoltaikanlage für eine Einzelperson gefördert, und wo muss man einen Antrag stellen?
Rolf Sternke: Sie können aus dem KfW-Förderprogramm ›Solarstrom Erzeugen‹ 50 000 Euro pro Wohneinheit bei Ihrer Hausbank beantragen.
? Brauche ich als Hauseigentümer unbedingt einen Energieausweis?
Ferdinan Krien: Solange Sie Ihr Haus selbst bewohnen ist das Dokument keine Pflicht. Wollen Sie aber verkaufen und der Käufer fordert die Vorlage, benötigen Sie ihn. Sofern Ihr Haus vor 1965 gebaut worden ist, wird das ab 1. Juli zum Muss, bei jüngeren Häusern erst ab 1. Januar 2009.
? Ich habe ein Haus mit Ölheizung gekauft. Das wird mir zu teuer. Was raten Sie?
Krien: Das hängt von Ihren individuellen Ansprüchen und von den Gegebenheiten in Ihrem Haus ab. Eine Gasbrennwertanlage käme beispielsweise infrage, wenn ein Gasanschluss möglich ist
Diese Heizungsvariante amortisiert sich recht schnell. Weitere Heizsysteme sind: Pelletsheizungen oder eine kombinierte Gas- und Solarheizung.
? Ich bin handwerklich versiert und möchte nach und nach selbst die Fenster erneuern und das Dach dämmen. Kann ich mit Fördermitteln rechnen?
Bostelmann: Wenn Sie alles selbst in die Hand nehmen, fließt leider kein Geld.
? Ich möchte jetzt ein Darlehen aus dem CO2-Gebäudesanierungsprogramm beantragen, aber erst im Sommer mit der Sanierung beginnen. Geht das?
Sternke: Ja. Bei diesem Programm haben Sie eine Abruffrist von zwölf Monaten. Abgerufene Beträge müssen allerdings innerhalb von drei Monaten dem festgelegten Verwendungszweck zugefügt werden.
? Neu bei der KfW ist jetzt der Berater-Zuschuss. Kann man den zusätzlich zum Bafa-Zuschuss für die Energieberatung bekommen?
Sternke: Nein, beides geht nicht. Der Baubegleitungszuschuss der KfW-Förderbank kann auch nur für Ein- und Zweifamilienhäuser beantragt werden, die energetische saniert werden. Er beträgt 50 Prozent der Beraterkosten, maximal 1000 Euro pro Wohneinheit.
? Bringt es etwas, wenn wir nur eine Wand dämmen?
Krien: Wenn nur eine Wand gedämmt wird, entstehen an den Anschlussstellen zu den nicht gedämmten Wänden bauphysikalische Probleme und damit die Gefahr der Schimmelbildung. Sparen Sie lieber noch ein bisschen und dämmen Sie alle Wände.
? Gibt es einen Zuschuss für den Fenstertausch?
Sternke: Nein. Aber Sie können ein Darlehen aus dem Programm ›Wohnraum Modernisieren, Standard‹ beantragen.
? Wir wollen unser 1972 gebautes Haus komplett sanieren und auf Neubauniveau bringen. Welche Förderung gibt es dafür?
Sternke: Für Sie kommt das ›KfW-CO2-Gebäudesanierungsprogramm‹ infrage. Wenn Ihr Haus nach der energetischen Sanierung Neubauniveau nach der Energieeinsparverordnung hat oder gar noch unter diesen Werten bleibt, können Sie für den gewährten Förderkredit Tilgungszuschüsse erhalten.
? Wir bezahlen die Komplett-Sanierung aus eigener Tasche. Können wir trotzdem Zuschüsse bekommen?
Sternke: Ja. Wenn Sie mit Ihren geplanten Sanierungsmaßnahmen Neubauniveau erreichen, können Sie einen Zuschuss von zehn Prozent, bezogen auf die förderfähigen Investitionskosten, bekommen, maximal 5000 Euro. Bleiben Sie nach der Sanierung 30 Prozent unter den geforderten Energieeinspar-Werten, sind sogar 17,5 Prozent Zuschuss, bezogen auf die Investitionskosten, möglich, maximal jedoch 8750 Euro.
? Gibt es für die Energieberatung einen Zuschuss ?
Bostelmann: Ja und zwar in Höhe von 175 Euro für Ein- und Zweifamilienhäuser. 250 Euro fließen für Wohnhäuser mit mindestens drei Wohneinheiten pro Beratung. Wenn Sie einen Energieberater beauftragen, stellt der einen entsprechenden Antrag bei der Bafa. Nach Vorlage und Prüfung des Beratungsberichtes durch die Bafa wird dem Energieberater der Zuschuss überwiesen. Das durch Sie zu zahlende Honorar wird um den entsprechenden Betrag reduziert.
? Wo muss man einen Antrag auf KfW-Darlehen stellen? Und wie lange dauert es, bis man weiß, ob und was man bekommt?
Sternke: Der Antrag ist grundsätzlich bei der Hausbank zu stellen. In der Regel dauert es fünf bis zehn Bankarbeitstage, bis die Zusage dort angekommen ist.
? Unser Haus ist Baujahr 1954. Nun wollen wir das bislang ungenutzte Dach ausbauen. Was ist zu beachten?
Bostelmann: Grundsätzlich ist das Dach luftdicht auszubauen. Lassen Sie das von einem Fachunternehmen machen. Denn wenn beispielsweise die Dampfsperre nicht ordnungsgemäß funktioniert, weil die Folie nicht richtig verklebt wurde, kann das zu Energieverlusten bis hin zu Schimmelbildung führen.
? Welche Dämmvariante wäre für das Dach eines alten Hauses angebracht?
Bostelmann: Für ältere Dächer ist die Vollsparrendämmung am sinnvollsten. Dabei müssen in der Regel Sparren aufgedoppelt werden, weil sie bei alten Gebäuden generell für die erforderliche Dämmstoffdicke zu flach sind.
Alle Fragen und Antworten der Telefon- und Chataktion können Sie im Internet nachlesen unter www.baden-online.de/chat.
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Wir weisen ausdrücklich darauf hin, dass wir zu Zwecken der Werbung den von Ihnen verfassten Kommentar auszugsweise ohne Nennung Ihres Namens in der Mittelbadischen Presse veröffentlichen.
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