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Kaum Probleme in Rheinau
Massive Polizeipräsenz am Panzergraben / »Bunt statt braun«; Unterschriften für NPD-Verbot
Wenig spektakulär verlief in diesem Jahr der gestrige Volkstrauertag in Rheinau. Auch zum »Heldengedenken« am Ehrenmal »Panzergraben« bei Memprechtshofen kamen nicht so viele Teilnehmer, wie Polizei und Landratsamt befürchtet hatten.
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autor: michael müller
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© Michael Müller
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Auf der Kundgebung des DGB-Ortsverbandes Kehl-Hanauerland lagen Unterschriften aus, mit denen ein erneutes Verfahren zum Verbot der NPD gefordert wurde.
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19.11.2007 - Rheinau. »Wenn das wirklich die zentrale Veranstaltung der NPD in Baden-Württemberg war, dannn war’s bescheiden.« Michael Loritz, Ordnungsdezernent des Landratsamtes, freute sich gestern nach Beendigung des »Heldengedenkens« am Ehrenmal »Panzergraben« bei Memprechtshofen Nur rund 100 Teilnehmer waren nach Schätzungen der Polizei gekommen – weit weniger als erwartet.
Offenbar, so Loritz, sei es gelungen, die Veranstaltung unattraktiv zu machen. Im vergangenen Jahr hatte es hier einen regelrechten »Aufmarsch« von Rechtsextremen gegeben, die teilweise in militärischen Formationen zum Ehrenmal marschiert waren. In diesem Jahr lief alles ruhiger ab.
Dafür hatten nicht zuletzt die Auflagen der Behörden gesorgt. Springerstiefel und Bomberjacken waren verboten; lediglich fünf Fahnen durften mitgebracht werden – und zwar »nur« schwarze Trauerfahnen, ohne Symbolik. »Geschlossene Aufmärsche« wurden unterbunden: Die Polizei ließ die Teilnehmer nur in kleinen Gruppen vor. Auf dem eigentlichen Grabmal durften keine Reden gehalten werden, nur davor; und zur Kranzniederlegung durften nur drei Personen das Grabmal betreten.
Zwar mischten sich später auch einige als gewaltbereit bekannte Rechtsextreme unter die Teilnehmer, doch es blieb alles friedlich. Auch einige Gegendemonstranten versuchten zum Ehrenmal vorzudringen – doch denen erteilte die Polizei einen Platzverweis. Zu Zusammenstößen kam es nicht – auch dank der massiven Präsenz der Ordnungshüter: Rund 150 Polizisten vom Revier Kehl und der Bereitschaftspolizei Lahr waren im Einsatz
Kränze wieder entfernt
Die Kränze der Rechtsextremen wurden übrigens später von der Polizei zumindest vorübergehend wieder abgeräumt – wohl auch, um nicht mit der Gedenkfeier der Stadt zu kollidieren. Eine weitere Kundgebung fand am Nachmittag auf dem Rathausvorplatz in Freistett statt, organisiert vom Bündnis »Rheinau ist bunt statt braun« unter Federführung des DGB Kehl-Hanauerland. Dort lagen auch Unterschriftenlisten aus, die ein erneutes Verfahren zum Verbot der NPD fordern. Die Liste soll später Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble übergeben werden. An der Kundgebung nahmen rund 150 Menschen teil.
Doch so mancher wohl auch mit gemischten Gefühlen. »Mir ist das hier zu wenig Rheinau und zu wenig bunt«, kritisierte etwa Walter Wettach, Pfarrer von Freistett und Memprechtshofen. »Die meisten, die hier sind, kommen von außerhalb, und FDP, CDU oder Grüne sind gar nicht da.«
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