08.02.2010 - Hamburg. Ein Blick auf die statistischen Werte »Ballbesitz« (56:44) und »gewonnene Zweikämpfe« (59:41), beide Angaben in Prozent, sowie die Torschüsse (17:8), Eckbälle (4:0) und Flanken (19:4) verdeutlicht, dass die Gastgeber mehr als verdient die Oberhand behielten Nur in zwei Kategorien hatte der KSC zwar die höheren, deswegen aber nicht besseren Werte: Bei den Fouls (26:12) und Gelben Karten (3:0). Das kann man einerseits als die vom Trainer geforderte Steigerung des Engagements und des körperlichen Einsatzes interpretieren. Andererseits drücken sie natürlich auch eine gewisse fußballerische Hilflosigkeit aus.
Die KSC-Spieler kamen, wie schon in Aachen (1:3) und zu Hause gegen Paderborn (1:2), auch im Millerntor-Stadion einfach zu oft einen Schritt zu spät – oder war gar nicht im Bilde. »Wir haben wieder Tore zugelassen, die in der Entstehung vermeidbar waren«, kommentierte Markus Schupp die Qualitätsmängel seiner Schützlinge in defensiver Hinsicht. Und letztendlich war es nur Torhüter Markus Miller zu verdanken, dass die zehnte Saisonniederlage nicht höher ausfiel.
Auch offensiv brachte der KSC nur wenig zustande. Zwar stellte Macauley Chrisantus nach Vorarbeit von Gaetan Krebs und einem Fehler von St. Paulis Deniz Naki den zwischenzeitlichen Ausgleich her. Ansonsten aber fingen die Gastgeber die Angriffsversuche der Wildparkprofis spätestens beim letzten Zuspiel ab. »Aus dem Spiel heraus hatte Karlsruhe keine Chancen«, stellte FC-Trainer Holger Stanislawski zufrieden fest.
Deswegen befindet sich der KSC jetzt in einer Situation, »in der jeder mehr geben muss, als alles«, fordert Arnold Trentl
Denn der in der Winterpause noch beruhigende Elf-Punkte-Vorsprung auf Relegationsplatz 16 schmilzt schnell dahin. »Es darf keiner glauben, wir hätten den Klassenerhalt schon gesichert«, warnt der sportliche Leiter, »sonst stehen wir blitzschnell mit dem Rücken zur Wand.«
Trentl weiß: »Wir müssen den Schalter schon am Samstag gegen Cottbus umlegen.« Denn das Heimspiel gegen den zwar punktgleichen, aber oberen Tabellennachbarn und Mitabsteiger aus der Lausitz bildet den Auftakt zu einer gefährlichen englischen Woche. Vier Tage danach findet das Nachholspiel gegen 1860 München statt (Aschermittwoch, 18.30 Uhr), und am Sonntag darauf (21. Februar) ist der KSC beim FSV Frankfurt zu Gast.
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