13.12.2007 - Willstätt. Aufsteiger TV Korschenbroich scheint mit seinen 2:28 Punkten auf den ersten Blick prima dafür geeignet, dass sich der TVW am Freitag die Wunden lecken kann, die das 27:29 in Düsseldorf und der Verlust des zweiten Tabellenplatzes gerissen haben Doch ausgerechnet am Sonntag ließ das Team vom Niederrhein bei der Premiere des neuen Trainers Khalid Khan bei der hauchdünnen 37:38-Niederlage gegen Coburg aufhorchen. Vor allem deshalb, weil der im Sommer aus Dormagen gekommene Rückraumspieler David Breuer 18 (!) Tore erzielte.
Korschenbroich, zwischen Neuss und Mönchengladbach gelegen, war auf der Landkarte des großen Handballs bisher eher ein weißer Fleck und ist vornehmlich den weiblichen Handball-Fans durch das Modehaus Mexx bekannt.
Und natürlich durch Hans-Hubert Vogts (57). Der »Terrier« wurde im Februar in den Kirchenvorstand der Gemeinde St. Dionysius im Stadtteil Kleinenbroich gewählt.
Was die »Handball-Bertis« vom TV Korschenbroich zu bieten haben, glaubt Willstätts Trainer Goran Suton ziemlich genau zu wissen: »Ein paar gute Spieler und bekannte Namen wie der Ex-Hamburger Jörn Ilper oder Dennis Marquardt sind im Kader. Grundsätzlich ist das eine Mannschaft, die auswärts keine Erwartungen hegt und damit ohne Druck aufspielen kann, was sie unberechenbar macht.«
Also: Unterschätzen ist tabu für den TVW.
Zumal nicht feststeht, ob Leitwolf Grzegorz Garbacz (Nasenbeinbruch) schon wieder reif für ein Comeback ist. »Er trainiert zwar, aber ohne Körperkontakt«, sagt Suton: »Und über einen Einsatz können wir erst am Freitag. entscheiden.«
Trotz dieser offenen Frage akzeptiert der Willstätter Trainer die Favoritenrolle ohne Wenn und Aber: »Wir müssen gewinnen
Aber das geht nur, wenn jeder alles gibt.«
Im Laufe seiner langen Kicker-Karriere ist Berti Vogts der folgende Versprecher unterlaufen: »Ich glaube«, hat er einmal gesagt, »dass der Tabellenerste jederzeit den Spitzenreiter schlagen kann.« Gemeint hat Vogts natürlich den Tabellenletzten. Aber selbst dieser pauschale Optimismus des prominentesten Korschenbroicher Bürgers dürfte dem TV heute nicht wirklich helfen.
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