28.07.2010 - Lahr. Der vom Bund vorgeschriebene Ausbau der Krippenplätze und die vom Land geforderte Einführung des Bildungs- und Orientierungsplans in Kindertageseinrichtungen bleibt für die Stadt Lahr nicht ohne Auswirkungen Der Kämmerer wird in den nächsten Jahren einiges mehr an Geld in die Hand nehmen müssen, damit die Umstellung gestemmt werden kann.
Zunächst steht ab September die Aufstockung des Personals an. Alle Lahrer Kindergärten zusammengenommen, wird es laut Sozialamtsleiter Günter Evermann »knapp neun Stellen« mehr geben. Davon entfallen rechnerisch 5,32 Stellen auf städtische Einrichtungen und der Rest auf Kindertagesstätten, die in kirchlicher oder freier Trägerschaft stehen. Durch den Krippenausbau und die Stellenerhöhungen wird im Vergleich von 2010 zu 2011 allein das Zuschusspaket für außerstädtische Einrichtungen um rund 800 000 Euro steigen, hat Evermann kalkuliert. Zwar seien voraussichtlich 165 000 Euro an Zuschüssen vom Land zu erwarten, doch der Löwenanteil bleibt damit immer noch an der Stadt hängen. Hinzu kommt der finanziellen Mehrbedarf für städtische Einrichtungen, den Evermann von 2010 zu 2011 nach vorsichtigen Schätzungen auf rund 270 000 Euro taxiert. Und in den beiden folgenden Jahren schreitet der Personalausbau weiter voran.
Eine weitere Neuerung ist die Anpassung der Regelöffnungszeit in allen Lahrer Kindergärten. Sie soll künftig einheitlich bei 31 Wochenstunden liegen. Nicht in allen, aber in den meisten Fällen bedeutet dies eine Reduzierung der Öffnungszeiten, womit die Stadt Lahr in finanziell schwierigen Zeiten die steigenden Kindergartenkosten wenigstens teilweise abmildern will
Auch bei den so genannten VÖ-Gruppen (Betreuung »am Stück«) wird künftig gekappt: von bisher 6,5 Stunden am Tag auf sechs Stunden. Bei den 13 städtischen VÖ-Gruppen ergeben sich laut Evermann dadurch Einsparungen von 72 000 Euro.
Beides – die Personalaufstockung und die geänderten Öffnungszeiten – segnete der Gemeinderat in seiner Sitzung am Montagabend einstimmig ab. Allerdings gelten die neuen Öffnungszeiten nicht wie vorgesehen schon ab September, sondern erst vom 1. Januar 2011 an. Der Tenor im Gemeinderat: Diese Korrektur müsse sein, damit Eltern mehr Zeit verbleibt, die Umstellung mit ihrem Berufsleben in Einklang zu bringen.
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