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Durchwachsene Öko-Bilanz
Agenda-Gruppe Energie beurteilt Neuausrichtung des E-Werks Mittelbaden

Ende 2004 hatte das E-Werk Mittelbaden (EWM) eine neue Ära unter der Bezeichnung »Ökologische Neuorientierung« angekündigt. Gut fünf Jahre danach hat die Lokale Agenda-Gruppe Energie jetzt eine durchwachsene Bilanz dieser Neuausrichtung gezogen.
autor: klaus körnich

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04.02.2010 - Lahr. Positiv beurteilt Falk Auer, Sprecher der Agenda-Gruppe Lahr, den Bau von drei Klein-Wasserkraftwerken an der Kinzig durch das EWM. »In Gengenbach, Offenburg und Haslach wird damit der erste, selbst erzeugte Ökostrom in das EWM-Netz fließen«, lobt Auer das Projekt Die Kraftwerke entsprechen seiner Ansicht nach »dem Ziel, Strom da zu erzeugen, wo er auch gebraucht wird, um Arbeitsplätze vor Ort zu erzeugen und Leitungsverluste zu verringern«.
Das EWM erhält für diese »Innovation« wegen des Erneuerbare-Energien-Gesetzes für jede erzeugte Kilowattstunde Ökostrom rund 13 Cent, so dass sich die Anlagen laut Falk Auer nach 30 Jahren rentieren werden. Die drei Turbinen »ersparen der Umwelt einen Kohlendioxid-Ausstoß von jährlich 4000 Tonnen«, erläutert er.
»Ohnehin-Ökostrom«
Der vom E-Werk angebotene »Öko-Power-Strom« aus einem 50 Jahre alten österreichischen Laufwasserkraftwerk trage dagegen nicht zur lokalen Wertschöpfung bei. Es bringe außerdem keinen zusätzlichen Umweltnutzen, weil es sich um einen »Ohnehin-Ökostrom« handele.
Positiv zu bewerten sei hingegen die geplante Beteiligung an den Windkraftanlagen in der Nordsee. Sie entspreche freilich nicht mehr der Forderung »Aus der Region für die Region«. Der Strom komme nicht im Süden an, sondern werde gleich im Norden verbraucht. »Hier sollte das EWM seinen Widerstand gegenüber der Windkraftnutzung vor Ort aufgeben und – wie auch bei der Wasserkraft – selbst in die Windstromerzeugung einsteigen«, rät die lokale Agenda-Gruppe in Lahr.
»Fehlendes Engagement«
Differenziert beurteilen die Lahrer Energie-Experten die Solarstromerzeugung. Anzuerkennen sei die Beteiligung an der Kommanditgesellschaft der SAG in Freiburg

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»Fraglich ist jedoch«, so Falk Auer, »warum das EWM keine eigenen Photovoltaikanlagen betreibt, so wie es das zum Teil bei den Laufwasserkraftwerken an der Kinzig vorhat«.
Immerhin: »Auch das EWM nimmt jetzt – wie bei der Wasserkraft – die Segnungen des Erneuerbare-Energien-Gesetzes mit einer Renditeerwartung von jährlich sechs Prozent in Anspruch – ein Gesetz, das es wegen angeblich zu hoher Kosten bisher schlecht geredet hat«, meint Falk Auer.
Das »fehlende Engagement bei der Tiefengeothermie und der Biomasse sowie die Beteiligung an einem Kohlekraftwerk trüben jedoch das Bild«, erläutert die Agenda-Gruppe. Das EWM habe bei der Geothermie im Gegensatz zum Energie-konzern EnBW (Inbetriebnahme Bruchsal 2009) auch keinen neuen Anlauf mehr unternommen. »Und bei der Biomassenutzung gab es nie einen Ansatz«, kritisiert Falk Auer.
Die Agenda-Gruppe verurteilt vor allem die Beteiligung des EWM an einem geplanten Kohlekraftwerk in Brunsbüttel. »Damit konterkariert es mit einem Schlag die Bemühungen um eine kohlendioxidfreie eigene Stromerzeugung«, meint Auer. Das Kohlekraftwerk »ist nicht nur klimaschädlich und ohne eine Abwärmenutzung energie-ineffizient, sondern es kann auch nicht flexibel genug auf das Windenergieangebot in der Nordsee reagieren. Darüber hinaus besteht ein beachtliches finanzielles Risiko, weil sich die Kosten für den Bau und die CO2-Zertifikate nur schwer kalkulieren lassen.«
Aus diesen Gründen seien bereits mehrere Energieversorger wieder aus der Planung von Kohlekraftwerken ausgestiegen. »Das EWM sollte deshalb seine Beteiligung in Brunsbüttel überdenken«, empfiehlt Falk Auer, Ingenieur für Energietechnik aus Lahr.

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