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Selbsthilfegruppe für Unfallopfer geplant
Aydin Özügenc nach langem Rechtsstreit zermürbt

Ein schwerer Verkehrsunfall hat das Leben von Aydin Özügenc für immer verändert. Der 35-Jährige plant nun, eine Selbsthilfegruppe für Unfallopfer zu gründen, damit andere von seinen Erfahrungen profitieren können.

autor: maria benz

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© Ulrich Marx

Aydin Özügenc will Unfallopfern helfen.


13.12.2008 -
Offenburg. Zwölf Jahre ist es her, seit ein Autofahrer Aydin Özügenc in der Nähe des Offenburger Bahnhofs die Vorfahrt genommen hat. Der damals 23-Jährige stürzte mit seinem Motorrad und wurde gegen einen Baum geschmettert. Der Aufprall war so stark, dass sein Helm in zwei Teile gespalten wurde Mit schwersten Kopf- und Gesichtsverletzungen wurde er ins Krankenhaus eingeliefert, so Özügenc.
Heute ist ihm äußerlich nichts mehr anzusehen, doch die Folgen des Unfalls sind ihm allgegenwärtig. Der 35-Jährige ist erwerbsunfähig, leidet unter Tinnitus, Migräne und chronischen Rückenschmerzen. Doch es sind nicht nur die körperlichen Beeinträchtigungen, die ihm zu schaffen machen. Seit dem Unfall hat Aydin Özügenc auch psychische Probleme, befindet sich noch immer in therapeutischer Behandlung.
Zermürbt haben ihn während der vergangenen Jahre vor allem die vielen Prozesse vor Gericht, erklärt er. Dabei sei es vor allem darum gegangen, seine Ansprüche gegenüber der Versicherung des Unfallgegners durchzusetzen. »Ich hatte mehrere schlechte Rechtsberater, die dem Ganzen nicht gewachsen waren und mich unzureichend beraten haben. Dadurch ist mir großer Schaden entstanden«, behauptet Aydin Özügenc.
»Oft ist es für die Geschädigten nicht leicht, zu ihrem Recht zu kommen«, betont Aydin Özügenc. Dabei sei die Gefahr groß, in Depressionen zu verfallen. Hilfe habe er in erster Linie durch seine Familie gefunden. Bei vielen Bekannten sei er hingegen auf Unverständnis gestoßen, sogar einige Freundschaften seien zerbrochen. »Ich bin schon oft damit konfrontiert worden, dass man mich als Simulant bezeichnet hat«, berichtet Aydin Özügenc

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Kraft durch Therapie
Inzwischen hat er für sich aber einen Weg gefunden, mit der Situation umzugehen. Kraft haben ihm seine Frau und die kleine Tochter, aber auch die Gespräche in der Therapie gegeben. Zwei bis drei Mal in der Woche arbeitet Aydin Özügenc ehrenamtlich bei der Stadt Offenburg, für die Zukunft ist er optimistisch: »Ich würde mir wünschen, dass es irgendwann mehr wird.«
Seine Erfahrungen haben in dem Mann die Idee wachsen lassen, eine Selbsthilfegruppe für Unfallopfer zu gründen: »Ich möchte Menschen mit ihren körperlichen uns seelischen Leiden mit meinen Erfahrungen zur Seite stehen.« Oft sei es für Unfallopfer nicht leicht, jemanden zu finden, mit dem sie über ihre Probleme reden können. Aydin Özügenc sagt: »Ich habe im Internet recherchiert, dort gibt es Hilfeforen, aber es ist etwas anderes, wenn man sich von Angesicht zu Angesicht gegenüber sitzt.«
Start im nächsten Jahr
Aydin Özügenc plant, für Unfallopfer ab dem kommenden Jahr regelmäßige Treffen zu organisieren. Ein bis zweimal im Monat können sich Betroffene dann austauschen und gegenseitig von ihren Erfahrungen profitieren. Dabei will Aydin Özügenc gezielt bestimmte Themen ansprechen wie: »Sinn einer Psychotherapie« oder »Wie komme ich zu einem guten Rechtsanwalt«. Außerdem kündigt Aydin Özügenc an, Ärzte und Krankenversicherungen in die Gespräche mit einzubeziehen.
Fragen zur Selbsthilfegruppe werden unter oezuegenc@web.de beantwortet.

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