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Jinsang Lee.
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© Festival de Musique
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Martina Filjak.
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22.06.2010 - Mit Frédéric Chopins (1810-1849) Klavierkonzerten in e-Moll op.11 (1830) und f-Moll op.21 (1829) präsentierten das »Polska Orkiestra Sinfonia Iuventus« (polnisches Jugendorchester) sowie die Solisten Jinsang Lee und Martina Filjak unter Theodor Guschlbauer zwei ungemein populäre Werke der Musikliteratur beim Festival de la Musique in Straßburg. Jeweils eingeleitet durch Ouvertüren (Genoveva/Hermann und Dorothea) von Robert Schumann (1810-1856) würdigte man gleichzeitig dabei die Geburt beider Komponisten vor 200 Jahren.
Im ersten Teil leitete die herzhaft und dynamisch kontrastreich interpretierte Ouvertüre der Oper »Genoveva« (die 1847-48 komponiert wurde und im Raum Straßburg spielt) den ersten Höhepunkt des Konzerts ein. Mit Jinsang Lee (Jahrgang 1981) gastierte ein international renommierter und mehrfach ausgezeichneter Solopianist, um dem Werk seine Ausstrahlung zu verleihen.
Kaum zu überbieten
Nach der großen Orchestereinleitung entfaltete er pianistischen Sologlanz, basierend auf hochsensiblem Einfühlungsvermögen und Anschlagsnuancierungen, die in ihrer Qualität kaum zu überbieten sind. Glitzernde Brillanz im Figurenwerk der Durchführung und Reprise des ersten Satzes kamen nahezu schwerelos und elegant. Die Romanze (2. Satz) mit ihrer bestechenden Ausdruckskraft mit den bezaubernden musikalischen Girlanden erklang so, wie es sich Chopin sicher auch vorgestellt hatte.
Das Schlussrondo eröffnet dem Solisten die Möglichkeit, sich glanzvoll und virtuos einzubringen, und Lee gelang das ganz ausgezeichnet. Sicher auch deswegen, weil Guschlbauer das relativ junge Orchester entsprechend gut im Griff hatte und den Dialog entsprechend dosierte. Natürlich stürmischer Beifall
Im zweiten Teil gab es zunächst »Hermann und Dorothea« auf sehr gutem Niveau, wobei natürlich die integrierten Motive der französischen Nationalhymne besonders wohlwollend aufgenommen wurden. Dann kam der im wahrsten Sinne des Wortes berauschende Teil des Abends. Die bezaubernde Pianistin Martina Filjak, inzwischen auch weltweit gefragt, begeisterte mit ihrer Art und ihrem unglaublich hohen Potenzial an Ausdruckskraft und dynamischer Variabilität in Sachen musikalischer Interpretation beim dreiteiligen f-Moll-Konzert. Es erreicht zwar in der Thematik nicht ganz das Format des 1. Konzerts, aber in seiner brillanten Ausstrahlung ist es doch wirkungsvoller.
Die glitzernden Passagen und Terzketten kamen silbrig glänzend im Maestoso. Wunderbar gestaltete sie in bester Homogenität mit dem Orchester die reizvollen Umspielungen und Verzierungen der schwelgerischen Melodie im Larghetto und traf ins Innerste der Chopin’schen Klangwelten.
Die dramatische Leidenschaftlichkeit im Klavierpart, wobei sich die Solistin über dem Tremolo des Orchesters zu entfalten hat, hätte nicht schöner und ausdrucksstärker kommen können. Im Allegro vivace faszinierte sie vermöge glanzvoller Technik und musikalischer Sensibilität. So mündete dieses virtuose Walzerrondo, in seiner rastlosen Beweglichkeit einem Perpetuum mobile gleichend, in den nicht enden wollenden Beifall des Publikums.
Gute Spielkultur
Beide Solisten beeindruckten tief, und die Mühelosigkeit, mit der sie die Werke durchdrangen, war Weltspitzenniveau. Sowohl Jinsang Lee als auch Martina Filjak unterstrichen mit ihren Zugaben diesen hervorragenden Eindruck, wobei das Werk für die linke Hand der Künstlerin besonders tief beeindruckte.
Theodor Guschlbaur, der ja jahrelang in Straßburg Chefdirigent war und sich offensichtlich auch weiter größter Beliebtheit erfreut, konnte das polnische Jugend-Orchester zu sehr guter Spielkultur motivieren, was natürlich auch zwingend nötig ist, wenn man solch herausragende Solisten begleiten muss.
Insgesamt: ein wunderbares Konzert!
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