30.07.2010 - Colmar (lori). Das genossenschaftlich organisierte Einzelhandelsunternehmen Coop Alsace schließt 30 seiner defizitärsten Läden im Elsass Außerdem will sich das Unternehmen von seinen zehn Discount-Läden der Marke Mutant trennen, für die es nach Angaben von Coop-Generaldirektor Denis Fischer aber noch keinen Käufer gibt.
Die Maßnahmen seien Teil einer Neustrukturierung, weil die Unternehmensgruppe angesichts der Konkurrenz durch andere Supermarktketten Verlust macht. »Wir müssen unsere Kosten senken, vor allem in unserer Einkaufszentrale in Reich-
stett nördlich von Straßburg«, sagte Fischer. Die angekündigte Schließung betreffe 30 der 99 kleinen Supermärkte oder Verkaufsstellen von Coop, »die Geld verlieren«: sei es weil sie zu klein sind, sei es weil die Konkurrenz in der Nachbarschaft zu groß ist. Dazu komme noch, dass einige der Supermärkte nur über eine Treppe zu erreichen sind und somit keinen behindertengerechten Eingang haben. Dies werde aber ab 2012 in Frankreich Pflicht.
Die Gewerkschaft Force Ouvrière (FO) befürchtet dagegen, dass Coop Alsace noch mehr Supermärkte schließen könnte, weil sie unrentabel sind. »Rund 70 von insgesamt 209 Geschäften sind in Gefahr«, heißt es einer Presseerklärung der FO. Von den Sparmaßnahmen könnten dann bis zu 1000 Beschäftigte betroffen sein.
1902 gegründet
Die Konsumgenossenschaft Coop Alsace war 1902 von 125 Straßburger Familien als »Konsumverein für Straßburg und Umgegend« gegründet worden, um eine billigere und effizientere Versorgung mit Waren zu organisieren. 1967 folgte die Fusion mit der Coop Mülhausen, 1972 mit der Coop Colmar
Heute ist die Unternehmensgruppe Coop Alsace das größte Einzelhandelsunternehmen im Elsass und der zweitgrößte private Arbeitgeber in der Region mit 4000 Beschäftigten. 2009 machte Coop Alsace, das von 170 000 Genossenschafts-Mitgliedern im Elsass getragen wird, 700 Millionen Euro Umsatz.
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