30.07.2010 - Haslach. »Die neuen Regeln sind in ihren Einzelheiten sehr kompliziert, und es ist nicht verwunderlich, dass sich da noch kaum jemand von den Banken richtig rangewagt hat.« Vor der Pressekonferenz bei der Sparkasse Haslach-Zell plaudert Stefan Kern schon einmal über das Thema, um das es gleich gehen soll
»Wichtige Änderungen durch das neue Verbraucherkreditrecht« lautet der Titel der Veranstaltung, und Stefan Kern ist einer der Menschen in Deutschland, die sich mit dieser Materie am besten auskennen. Der Leiter der Rechtsabteilung der Sparkasse Haslach-Zell wurde daher als Experte zum Thema Verbraucherkreditrecht für die neue Auflage eines Standardwerks des Bankenrechts gewonnen.
Stolz verweist Mathias Wangler, Vorstandsvorsitzender der größten Bank im Kinzigtal, wenig später dann auch auf den Artikel im »Fischer/Klanten-Bankrecht«, den sein Mitarbeiter verfasst hat. »Die neuen Regeln
schreiben im Grunde nur das fest und verbindlich für alle vor, was bei unserer Sparkasse längst Regel ist«, sagt Wangler sinngemäß, bevor er Kern das Wort überlässt.
Der erklärt die wichtigsten Neuerungen, die das seit 11. Juni gültige Gesetz für den Verbraucher mit sich bringt. Die Regeln, nach denen Verbraucherkredite ab sofort vergeben werden, müssen bis Ende des Jahres in allen EU-Mitgliedsländern gleich sein. So schreibt es die EU-Richtlinie vor, die im
April 2008 auf europäischer Ebene verabschiedet wurde. »Mogelpackungen«, wie Wangler es genannt hatte, seien künftig nicht mehr möglich. »Der Effektivzins sagt bald in Deutschland das Gleiche aus wie in Frankreich, Spanien oder Polen«, erklärt Kern. Schluss mit den Zeiten, als in unterschiedlichen Ländern unterschiedliche Kriterien herrschten
Auch die Werbung für Kredite verbietet es künftig, Verbraucher mit unvollständigen Angaben zu locken.
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