Zug um Zug
 © Zimmermann |
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SPIEL DES JAHRES 2004
Zunächst herrschte eher Zurückhaltung am Spieltisch: „noch ein Eisenbahnspiel?“ „das sieht ja aus wie Transamerika!“ waren die ersten Reaktionen nach Anblick des Spielplans. Aber, was soll ich sagen, Amerika sieht nun mal so aus... Als dann die 240 farbigen Waggons und die sehr schön gestalteten Waggon- und Lokomotiv-Karten zu sehen waren, war man immerhin bereit, eine Partie mitzuspielen.
Ziel des Spiels ist es, am Ende möglichst viele Punkte zu erreichen. Punkte bekommt man für errichtete Bahnstrecken zwischen zwei Städten, für die Verbindung von zwei Städten, die auf den Zielkarten angegeben sind und für die längste Strecke auf dem Plan.
Wenn ein Spieler an der Reihe ist, darf er eine der folgende drei Aktionen durchführen:
Zwei Lokomotivkarten vom verdeckten Zugstapel oder von den fünf offen ausliegenden Karten aufnehmen ODER eine Strecke befahren (die Spielregel nennt es „nutzen“), d.h. die der Strecke entsprechende Anzahl farbiger Waggonkarten auslegen und eigene Waggons auf den Spielplan stellen. Es gibt acht verschiedene Waggonarten, die farblich zu unterscheiden sind; sie entsprechen Strecken auf dem Spielplan. So kann man z.B. die Strecke von Atlanta nach Miami nur mit blauen Waggonkarten befahren. Die Lokomotivkarten sind Joker, d.h. sie passen für jede beliebige Farbe. Die dritte Aktionsmöglichkeit ist das Ziehen von drei Zielkarten, von denen man mindestens eine, aber auch zwei oder drei behalten darf und sie vor den Mitspielern geheim hält! Auf den Zielkarten sind die Namen zweier weiter voneinander entfernter Städte und ein Punktwert angegeben. Sollte es gelingen, diese beiden Städte mit eigenen Waggons zu verbinden, erhält man die Punkte zu seinen bis dahin erreichten Punkten hinzuaddiert. Schafft man das nicht, werden die Punkte abgezogen. Es bringt also nichts, jede beliebige Zielkarte zu behalten, man muß schon überlegen, welche Strecken man noch bis zum Ende des Spiels befahren kann. An dieser Stelle sei erwähnt, dass die größten Nörgler mittlerweile mit Eifer bei der Sache sind und sogar schon nachzählen, welche Waggons bisher unterproportional vertreten sind...
Das Spiel endet, wenn ein Spieler keinen, nur noch einen oder zwei Waggons vor sich liegen hat. Danach ist jeder Spieler noch ein Mal an der Reihe und es kommt zur Wertung. Der Spieler mit den meisten Punkten gewinnt.
ZUG UM ZUG hat es geschafft: es vereint Dauerspieler, Freaks und Familien am Spieletisch. Jeder hat zwar seinen eigenen Zugang, aber alle haben ihren Spaß. Natürlich gibt es eine Glückskomponente, natürlich kann man nicht immer darauf hoffen, die passende Karte zu ziehen. Aber es ist schön, das Streckennetz wachsen zu sehen und darüber zu „wachen“, dass man die eigenen Zielkarten noch erfüllen kann. Dieser Aufbaucharakter und die geheimen Zielkarten machen das Spiel spannend bis zum Schluß. ZUG UM ZUG (der englische Originaltitel lautet übrigens „Ticket To Ride“, der französische „Les Aventuriers du Rail“) hat es verdient Spiel des Jahres 2004 zu sein! (Andreas Zimmermann)
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